DFG-Graduiertenkolleg | Generationengeschichte. Generationelle Dynamik und historischer Wandel | Lars Klein

 

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Lars Klein
M. A.

Die „Vietnam-Generation“ der Kriegsberichterstatter - Ein amerikanischer Mythos zwischen Vietnam und Irak.

The ”Vietnam Generation“ of war reporters - An American myth between Vietnam and Iraq.

Telefon: 0551-39-10402
Mail: lklein@gwdg.de

 


Kurzbiographie | Abstract (engl.) | Veröffentlichungen | Vorträge | Links

Kurzbiographie

1994-1999

Praktika und freie Mitarbeit u.a. bei „Mindener Tageblatt“ und „Freitag“ (Berlin).

1996 - 2002

Studium an der Freien Universität Berlin (Nordamerikastudien und Philosophie); Magister mit einer Arbeit über die „Intervention der NATO im Kosovo“.

1999 - 2003

Studentische Hilfskraft von Prof. Dr. Knud Krakau

1999/2000

ERASMUS-Stipendiat an der Uni Basel (Schweiz)

2000 -

Tagungsassistent an der Evangelischen Akademie Loccum

2002 - 2004

Projektreferent des „Berghof Zentrums für konstruktive Konfliktbearbeitung“ (Berlin), „Diversity and Restraint. European Perspectives of Power, Culture and Peace“

2003

Lehrbeauftragter in der Abteilung Geschichte des Kennedy-Instituts der FU Berlin: Proseminar „Ordnungsmacht USA? Die amerikanische Kosovo-Politik in den 1990ern“

2003 - 2005

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt „Die Geschichte der Kriegsberichterstattung im 20. Jahrhundert. Strukturen und Erfahrungszusammenhänge aus akteurszentrierter Perspektive“ an der TU Braunschweig, geleitet von Prof. Dr. Ute Daniel und gefördert durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung.

2005

Lehrbeauftragter in der Abteilung Politik des Kennedy-Instituts der FU Berlin: Proseminar „One Hand Tied Behind Their Back. Amerikanische Kriegsberichterstattung nach Vietnam“

02- 05 / 2007

Visiting Scholar, BMW Center for German and European Studies, Georgetown University, Washington, DC

2005-2008

Stipendiat im DFG-Graduiertenkolleg "Generationengeschichte"

seit 04/2008

Lehrkraft für besondere Aufgaben im Erasmus Mundus Masters Programm Euroculture, Georg-August-Universität Göttingen

11/2008

Erasmus Mundus Action 3 Visiting Scholar am Department of Political Science, School of Liberal Arts, Indiana University, IUPUI, Indianapolis

CV

 

Lars Klein, born in 1976, has started studying at the Free University of Berlin in 1996 (North American Studies and Philosophy). Erasmus-Scholarship at the University of Basel, Switzerland in 2000/01. Graduated in 2002 with a thesis on NATOs Intervention in Kosovo. Conference assistant at the Evangelische Akademie in Loccum since 2000. For two years from 2002 on project consultant to the Berghof Research Center in Berlin. 2003 to 2005 research associate at the project "History of War Reporting in the 20th century" at the University of Braunschweig, conducted by Prof. Dr. Ute Daniel and supported by German Foundation for Peace Research. 2003 and 2005 Lecturer at the John-F.-Kennedy Institute for North American Studies, FU Berlin.

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Projektskizze

Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen nicht Medienpolitik, Propaganda oder Rezeption von Kriegsberichterstattung. Vielmehr fragt dieses Projekt nach der Bedeutung des journalistischen Selbstbildes für die Berichterstattung vom Vietnamkrieg bis zum Krieg im Irak 2003. Bei der Untersuchung von Ausbildung und Veränderung des Selbstverständnisses soll besonders der Bezug auf Reporter früherer Generationen beachtet werden.

 

Dabei ist es die Ausgangsthese dieses Vorhabens, dass sich speziell mit dem Krieg in Vietnam bei den Journalisten Rollenverständnisse und Grundsätze ausgebildet haben, durch welche die Vietnamkriegsgeneration nicht nur die Kriegsberichterstatter der 1980er, sondern auch der heutigen Zeit geprägt hat. Jede Generation der Kriegsberichterstatter hat andere Erfahrungen in den verschiedenen Krisenregionen gemacht. Hauptaufgabe dieser Arbeit ist es demnach, über die Jahrzehnte zu verfolgen, in welcher Form die Erfahrungen Vietnams ins journalistische Selbstverständnis eingeschrieben sind und wie sie sich auf nachfolgende Generationen von Kriegsberichterstattern auswirkten. Welcher Generation sich Journalisten zurechneten, war dabei keine Frage des Alters oder des Umfeldes. Entscheidend ist, welchen Krieg die Berichterstatter als den für sich wesentlichen erfahren haben.
Für Berichterstatter wie David Halberstam, Peter Arnett oder Horst Faas war der Krieg in Vietnam „the indelible experience“. Die Generation der frühen Vietnamkriegs-Korrespondenten lieferte die Texte und Fotos aus Vietnam, in welchen die Arbeit am Kriegsschauplatz als aufregende, einmalige und unwiederbringliche Erfahrung präsentiert wird. Bis heute bestimmen sie das Bild des Krieges und damit ein Vorbild für nachfolgende Kriegsberichterstatter.
Mit dem Vietnamkrieg setzte sich zudem die folgenreiche Vorstellung durch, die Medien hätten den Rückhalt für den Krieg schwinden lassen. Einerseits unterstreicht dies die Bedeutung der Medien, andererseits werden die Kriegsberichterstatter für ein in den USA kollektives Trauma verantwortlich gemacht. Während die Korrespondenten um David Halberstam diese Verantwortung immer ablehnten, scheinen jüngere Journalisten die „Mitschuld“ der Medien am Verlust des Vietnamkrieges viel eher anzunehmen und den Vorgängern wie Vorbildern hoch anzurechnen, weil sie die Bedeutung der Medien unterstreicht.
Gerade vor dem Hintergrund der vermeintlichen Macht der Medien aber hat die jüngere Generation um Roy Gutman und David Rieff ihr Engagement im Bosnien-Krieg als „Versagen der Journalisten“ erlebt. Die Einsicht, dass die Medien weder in diesem Fall noch in Somalia oder Ruanda für ein Eingreifen sorgen konnten, verdeutlichte die Machtlosigkeit der Journalisten. Somit scheint seit Vietnam in der Selbstwahrnehmung der Kriegsberichterstatter nichts mehr zu sein wie bisher: Sie konnten seither weder jemals so frei berichten noch so großen Einfluss ausüben.

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Abstract

This project is not mainly concerned with media politics or propaganda. Instead it is examining the significance of the journalistic self-image for the way in which wars from Vietnam to Iraq have been reported on. Therefore, the development and adjustments of self perceptions in relation to reporters from earlier generations is of special importance.

 

The war in Vietnam especially helped developing roles and ethic beliefs of war correspondents by which the Vietnam-Generation has not only influenced their successors in the 1980s but does so until today. Consequently, the main task of this project will be to investigate the ways in which experiences of Vietnam were inscribed in self-perceptions of the following generations of war correspondents. Which generation a correspondent belongs to is scarcely a question of age. Rather it is important which war he or she regards as the main point of reference. For correspondents such as David Halberstam, Peter Arnett, or Horst Faas the Vietnam War has been "the indelible experience". By continuing to present life and work in Vietnam as exciting, singular, and irretrievable they shape the view of this war for the generations to follow. What is more, the war in Vietnam has been regarded in the US as a conflict which was lost by the media. Halberstam and others declined to take responsibility for that, but for younger correspondents it only seems to underline the media's importance. Given that example, it is the more evident that David Rieff or Roy Gutman experienced their engagement to end the war in Bosnia as "failure of the journalists". In the war correspondent's self-image nothing seems to be the same after Vietnam: They could neither report that freely nor extend such an influence.

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Veröffentlichungen

Lars Klein, Vom „Enthauptungsschlag“ zum Fall der Saddam-Statue. Der jüngste Irak-Krieg in der Medienberichterstattung, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 2 (2005), S. 119-125. [Download-Möglichkeit]

(mit Andreas Steinsieck) Geschichte der Kriegsberichterstattung im 20. Jahrhundert. Strukturen und Erfahrungszusammenhänge aus der akteurszentrierten Perspektive. Forschung DSF Nr. 4. Osnabrück: Deutsche Stiftung Friedensforschung, 2006. 56 Seiten.
[Download-Möglichkeit als PDF-Datei 791 KB]

Größter Erfolg und schwerstes Trauma. Die folgenreiche Idee, Journalisten hätten den Vietnamkrieg beendet, in: Ute Daniel (Hg.): Augenzeugen. Kriegsberichterstattung vom 18. zum 21. Jahrhundert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2006. S. 193-216.

Von Vietnam bis Irak: Die Krise des US-Journalismus. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, 51. Jahrgang, Heft 12/Dezember 2006, S. 1429-1433.
[Download-Möglichkeit als PDF-Datei 54,5 KB]

Vietnamkriegs-Berichterstatter als unerreichtes Vorbild? Selbst- und Fremdzuschreibungen einer Reporter-Generation, in: Barbara Korte / Horst Tonn (Hg.): Kriegskorrespondenten. Deutungsinstanzen in der Mediengesellschaft, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, S. 269-286.

My Lai. Die neuen Opferbilder des Krieges, in: Gerhard Paul (Hg.), Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, S. 370-377.

Rezensionen

Rezension von: Greiner, Bernd: Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam, in: H-Soz-u-Kult, 21.01.2008.

 

Rezension von: Anne Morelli: Die Prinzipien der Kriegspropaganda, in: H-Soz-u-Kult, 28.06.2005.

Drei Loccumer Tagungen zu den Folgen des 11. September. In: WeltTrends Nr. 38, Frühjahr 2003, S. 173-175.

Hentschel, Linda (ed.): Bilderpolitik in Zeiten von Krieg und Terror. Medien, Macht und Geschlechterverhältnisse, in: H-Soz-u-Kult, 10 June 2008.

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Vorträge

16. 02. 2004

Wandel und Kontinuitäten in der Kriegsberichterstattung 1982-2003: Libanon, Grenada, Bosnien, Kosovo, Afghanistan, Irak. Workshop zur Geschichte der Kriegsberichterstattung, Historisches Seminar, Technische Universität Braunschweig.

19. 05. 2004

One Hand Tied Behind Their Back. Kriegsberichterstattung nach Vietnam. Kolloquium des Historischen Seminars, Technische Universität Braunschweig.

09.-11.06. 2004

Leitung einer Arbeitsgruppe zum Irak-Krieg auf der Tagung „Was ist neu an den neuen Kriegen?“ von Andrea Grimm in der Evangelischen Akademie Loccum.

15. 02. 2005

„Der nächste Anschlag wird unsichtbar sein“. Wie Berichterstatter mit den Kriegsrisiken umgehen. Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte der Technischen Universität Braunschweig, Prof. Dr. Bettina Wahrig.

31. 05. 2005

Rolle und Selbstbild von Kriegsberichterstatter/innen nach Vietnam. Wie Halberstam, Arnett et al. nachfolgende Generationen beeinflussten. Kolloquium, Seminar für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Göttingen.

19. 11. 2005

Anmerkungen zu Danny Schechters Film „Weapons of Mass Deception“, „One World Filmfest“, Berlin.

16. 03. 2006

Reicht der Verweis auf frühere Heldentaten noch? Die Krise des amerikanischen Journalismus nach dem Irak-Krieg von 2003. 19. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Göttingen.

17. 06. 2006

’...The Indelible Experience’: Über die Generation der Vietnamkriegskorrespondenten und ihren bleibenden Einfluss. Tagung des Sonderforschungsbereich 437: „Kriegserfahrungen“: „Kriegskorrespondenten als Deutungsinstanzen in der Mediengesellschaft“, Freudenstadt.

18. 07. 2006

Die „Vietnam-Generation“ der Kriegsberichterstatter. Ein amerikanischer Mythos zwischen Vietnam und Irak . Kolloquium des Graduiertenkollegs Generationengeschichte.

19. bis 22. 09. 2006

Posterpräsentation im Doktorandenforum des 46. Deutschen Historikertages „GeschichtsBilder“ in Kostanz.

15. 11. 2006

Wissenschaftliche Kategorie oder Modewort? Anmerkungen zum Konzept der "Generation". Kolloquium zur Neueren Geschichte, Historisches Seminar, TU Braunschweig.

23. 01. 2007

„If the public mood about the war is turning“ - Vorstellungen journalistischer Geschichtsmächtigkeit nach Vietnam. Forschungskolloquium der Abteilung Geschichte, John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, Freie Universität Berlin.

25. 04. 2007

„War Reporting since Vietnam: Comparing German and American War Correspondents in Bosnia and Iraq“, BMW Center for German & European Studies, Georgetown University, Washington, DC.

26. 06. 2007

„Our 'generation' was so much different then! Theoretical problems when speaking about 'generation' as a historian“, History Lab’s Postgraduate Conference "Generations", Institute of Historical Research, University of London.

11.-13.10.2007

„What was the war like before it was photographed?“, Tagung "Goofy History - Über unbeholfene Geschichte" des Kolleges "Mediale Historiographien", Bauhaus-Universität Weimar.

11.02.2008

Möge es doch wieder so werden, wie es nie gewesen ist. Die Beschwörung früherer Reporter-Generationen und ihr Nutzen für den gegenwärtigen Journalismus. Gesprächskreis Völksen.

13.-15.03.2008

Mitorganisator und Mit-Moderator der Konferenz "Generation als Erzählung. Neue Perspektiven auf ein kulturelles Deutungsmuster" des Graduiertenkollegs "Generationengeschichte", Paulinerkirche, Göttingen.

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Links

 

Lars Klein, Vom „Enthauptungsschlag“ zum Fall der Saddam-Statue. Der jüngste Irak-Krieg in der Medienberichterstattung, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 2 (2005), S. 119-125.

 

www.lars-klein.com

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